Zahlen zum Artenschutz in Deutschland
Fakten und Forschungsdaten zur Lage der Wildtiere — gesammelt aus nationalen und internationalen Quellen.
Datenbasis
Die Daten stammen aus Bundesumweltamt-Berichten, IUCN-Roten-Listen und unabhängigen Feldstudien. Auch astronomische Beobachtungsmethoden finden Anwendung — etwa zur Erfassung nächtlicher Tierwanderungen via Satellitenbild.
Kernzahlen auf einen Blick
der heimischen Wildtierarten gelten als gefährdet
Laut aktuellem Bericht der Bundesanstalt für Naturschutz sind Insekten, Amphibien und Fledermäuse besonders betroffen.
Schutzgebiete neu ausgewiesen
Allein in den letzten vier Jahren wurden bundesweit neue Wildtierschutzzonen eingerichtet.
Hektar Lebensraum unter aktivem Schutz
Waldgebiete, Feuchtwiesen und Moorlandschaften bilden den Kern des nationalen Schutznetzes.
Arten seit 2000 aus der Roten Liste entlassen
Darunter Fischadler, Seeadler und die Europäische Wildkatze — ein messbarer Erfolg gezielter Schutzmaßnahmen.
Ausgewählte Arten und ihr Schutzstatus
| Art | Lebensraum | Bestandstrend | Schutzstatus |
|---|---|---|---|
| Seeadler | Seen, Flussauen | Zunehmend | Erholt |
| Europäischer Luchs | Bergwälder | Stabil | Gefährdet |
| Großer Abendsegler | Wälder, Stadtrand | Abnehmend | Stark gefährdet |
| Biber | Flüsse, Bäche | Zunehmend | Erholt |
| Moorfrosch | Feuchtwiesen, Moore | Abnehmend | Stark gefährdet |
| Wildkatze | Laub- und Mischwälder | Stabil | Gefährdet |
Seeadler
Lebensraum: Seen, Flussauen
Trend: Zunehmend
Status: Erholt
Europäischer Luchs
Lebensraum: Bergwälder
Trend: Stabil
Status: Gefährdet
Großer Abendsegler
Lebensraum: Wälder, Stadtrand
Trend: Abnehmend
Status: Stark gefährdet
Biber
Lebensraum: Flüsse, Bäche
Trend: Zunehmend
Status: Erholt
Moorfrosch
Lebensraum: Feuchtwiesen, Moore
Trend: Abnehmend
Status: Stark gefährdet
Wildkatze
Lebensraum: Laub- und Mischwälder
Trend: Stabil
Status: Gefährdet
Methoden der Bestandserfassung
Die Zählung und Überwachung von Wildtierpopulationen erfolgt über mehrere parallele Verfahren. Feldstudien kombinieren direkte Sichtbeobachtungen mit Kamerafallen, Kotproben-DNA und Telemetrie. Besonders für nachtaktive Arten liefern Infrarot-Sensoren verlässliche Daten.
Regionale Unterschiede im Schutzstatus
Die Gefährdungslage variiert stark nach Bundesland und Landnutzungsform. Intensiv bewirtschaftete Agrarregionen zeigen deutlich höhere Artenrückgänge als waldreiche Bundesländer.
Hauptbedrohungen
- Lebensraumverlust durch Flächenversiegelung
- Pestizideinsatz in der Landwirtschaft
- Lichtverschmutzung — stört nachtaktive Arten
- Fragmentierung durch Verkehrsinfrastruktur
Laufende Maßnahmen
- Wildtierkorridore an Bundesautobahnen
- Renaturierung von Flussauen
- Blühstreifen in Agrarlandschaften
- Totholzprogramme in Staatsforsten
Offene Datenlücken
- Bodenfauna in strukturarmen Regionen
- Wirbellose in urbanen Zonen
- Bestandszahlen für Kleinsäuger
- Langzeitdaten Ostdeutschland vor 1990